Space Medicine, 2010

Regie: Ulrike Schmitzer, Matthias Widter

45min

Bisher waren rund 450 Männer und Frauen aus fast 30 Ländern im Weltraum. Ein Aufenthalt im All ist immer eine extreme Belastung für jeden Körper. Astronauten haben mit Schwindel und Übelkeit (der „Weltraumkrankheit“) bis hin zu Muskelschwund, Knochenabbau und sogar Herzbeschwerden zu kämpfen.
Doch der Weltraum bietet die große Chance, den Mensch unter extremen Bedingungen zu erforschen. Astronauten leiden unter Stress, Isolation und Monotonie in der Raumstation. Von ihren Erfahrungen kann die Medizin lernen: denn all das sind Probleme, die millionenfach auf der Erde vorkommen, und zwar vor allem bei Menschen im fortgeschrittenem Alter. Wenn ein Mensch ständig alleine ist und auf engem Raum lebt, hat er einen gestörten Schlafrhythmus und er ernährt sich nicht mehr richtig. Dabei ändert sich nicht nur seine Psyche, sondern auch sein Körper. Das hat man von den Astronauten gelernt. Viele der Erkenntnisse aus den Weltraumstudien können auf der Erde sowohl in klinischer Diagnostik und Therapie als auch in der Altenbetreuung sinnvoll umgesetzt werden. Ein Fazit: Man muss alten Menschen Stundenpläne und Zeitstrukturen vorgeben, sonst „fallen deren Persönlichkeiten auseinander“.
Der Zustand der Schwerelosigkeit kann am besten im Bett simuliert werden. In Berlin werden immer wieder Bettruhe-Studien durchgeführt. Isolation wurde bei der Mars500-Studie in Moskau untersucht. Deutschland und Österreich haben eine international anerkannte Expertise im Bereich Weltraummedizin entwickelt. Die kleine Weltraumnation Österreich konnte sich durch die Zusammenarbeit auf der russischen MIR eine Forschungsnische erobern.

Der Film

Der Film besucht die Zentren der Flug- und Weltraummedizin und beobachtet die Forscher in ihren Labors. Er befragt Versuchspersonen, wie es ist, im Dienst der Weltraumforschung wochenlang bewegungslos im Bett zu liegen. Zum anderen werden die Probleme von Astronauten mit denen von betagten Menschen auf der Erde verglichen und medizinische Lösungsansätze aus der Weltraumforschung vorgestellt.


Space Medicine - Medizin aus dem All

Ein Film von Ulrike Schmitzer und Matthias Widter
Länge: 45 min
Produktion: RAUM.FILM in Co-Produktion mit ORF
AUT 2009