Glasenbach, 2010

Regie: Ulrike Schmitzer,

45min, 16:9 HD

Das Lager Glasenbach - offiziell "Camp Marcus W. Orr" - war das größte sogenannte Entnazifizierungslager in Österreich. Es bestand offiziell von November 1945 bis August 1947 und stand unter US-Verwaltung. Was tun mit überzeugten Nationalsozialisten? Wie kann eine Demokratie aufgebaut werden, wenn die ehemaligen Nazis noch immer aktiv sind? Diese Frage stellten sich die amerikanischen Besatzer nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich. Sie inhaftierten deshalb die Funktionäre der NSDAP und ihrer Teilorganisationen und schlossen sie radikal von der Gesellschaft aus. Auch 200 Frauen standen unter „Automatischem Arrest“. Für Kriegsverbrecher und Angehörige der Wehrmacht gab es eigene Lagerabteilungen. Insgesamt durchliefen 20.0000 ehemalige Nazis das Lager, zur selben Zeit waren jedoch nie mehr als 12.000 inhaftiert. Die Geschichte des Lagers wird erst jetzt aufgearbeitet. Bis vor kurzem war nicht einmal bekannt, wie viele Menschen inhaftiert waren. Umerziehung fand jedoch- wie sich jetzt zeigt- keine statt. Die Häftlinge waren sich selbst überlassen, politische Einstellungen haben sich in der Gruppe eher verfestigt als geändert. Viele konnten nach der Haft die im Lager entstandenen Netzwerke nutzen und ihre Karriere ungehindert fortsetzen. Die Vernachlässigung der Entnazifizierung gilt als das größte moralische Versäumnis der Nachkriegsgeschichte. Erstmals berichten Zeitzeugen.


Glasenbach.
Entnazifizierung nach dem 2. Weltkrieg.

Regie: Ulrike Schmitzer
Kamera: Eva Testor
Schnitt: Natalia Hanzer
Produktion: RAUM.FILM 2010
Länge: 45.00